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Spende der Sparkasse – die Gesellschaft im Brennglas

Rede zu Top 8 – Geldspende der Sparkasse Ratssitzung 12.11.2020                

Peter Schmechel

DIE LINKE wird der Annahme der Spende der Sparkasse zustimmen. Das werden wahrscheinlich auch alle anderen.

Wir möchten aber den Vorgang kommentieren. Die Sparkasse hat also Geld über – vielleicht ja auch, weil sie viele Filialen in den Stadtteilen geschlossen hat.

Z.B. auf dem Harderberg. Dort gibt es nicht einmal eine Automatenlösung als Ersatz!

Für bewegungseingeschränkte und sozial schwache Menschen wird damit die finanzielle Selbstbestimmung untergraben.

Bei Toom kann Geld abgehoben werden, dann muss aber etwas für mindestens 10 Euro gekauft werden. Eine Tageskarte mit dem Bus in Hütte kostet 4,90 Euro – wer also in Zentrum 200 Euro abheben will, muss davon schon fast 5 Euro für den Bus bezahlen.

Aber eine Filiale dient nicht nur zur Geldbeschaffung sondern auch zur Finanzberatung, hier sind dann schon nicht mehr nur die sozial Schwachen von der Filialschließung betroffen. Viele Menschen werden so mit der Frage nach der Geldanlage allein gelassen. Die Gefahr steigt, dass sie unberaten sich auf unseriöse Angeboten aus dem Internet einlassen.

Fazit: dieser Staat schüttelt die Fläche ab – er kann nicht einmal eine finanzielle Nahversorgung bereit stellen.

20.000 Euro das hört sich für uns so an, wie die Betriebskosten für einen Geldautomaten. Der wurde auf dem Harderberg gespart. Nun kann das Geld großzügig gespendet werden.

Genaugenommen spendet auch die Stiftung, dass heißt einen Teil der großzügigen Spende konnte vorher außerdem über eine Stiftung steuerlich abgesetzt werden.

Aber die Filialschließung in Alt-Georgsmarienhütte hat in unseren Augen auch etwas positives. Dort wurde nämlich nun die Tafel untergebracht. Sie wissen schon die Tafel, bei der sich arme Menschen Essen abholen können. Menschen, die sich Essen sonst nicht leisten können.

Nun kann jeden Montag auf einem großen Platz die große Schlange armer Menschen gesehen wer-den. Endlich wird die Armut nicht mehr hinter der Hauptschule versteckt. Endlich wird sie sichtbar.

Und da fragt Jörg Welkener, unser Fraktionsvorsitzender der LINKEN, zurecht. Wie kann es sein, dass nach 75 Jahre Frieden in einem der entwickeltsten Länder der Welt, Armutsschlangen immer länger werden?

Armutschlangen werden länger, Bankfilialen werden geschlossen. Menschen werden massenhaft abgehängt, damit die Superreichen jeden Tag nach New York zur Party fliegen können.

Wir nehmen diese Entwicklung nicht hin!